Der Mythos Mont Ventoux Der Mont Ventoux - Welcher Rennradler träumt nicht davon diesen Berg einmal zu beradeln. Dies hat verschiedene Gründe. Zunächst sind es die topographischen Besonderheiten. Der Ventoux ist ein lang gestreckter, im oberen Bereich kahler Bergrücken, der eine beachtliche Höhe von fast 2000 Metern erreicht. Den Namen "Géant de Provence" (Gigant der Provence) trägt er nicht zu Unrecht. Der Gipfelbereich ist von einer Geröllwüste umgeben, so daß man beim Blick aus der Ebene meinen könnte, dort oben liegt auch im Sommer Schnee. Der Name des Berges leitet sich vom französichen Wort "vent" für Wind ab, und der Mistral pfeift nicht selten mit Sturmgeschwindigkeit über den Gipfel. Im Sommer hat der Radler daneben meist noch mit der enormen Hitze zu kämpfen, denn gerade im oberen Bereich gibt es keinerlei Schatten. Im Winter ist der Paß gesperrt, dann liegt tatsächlich Schnee auf dem Ventoux. Die Temperaturen können bis auf - 25 Grad zurückgehen.
Der zweite Grund, warum der Ventoux im Rennradsport geradezu mythischen Charakter hat, ist seine bewegte Geschichte im Rahmen der Tour de France. Dabei war der Berg erst 13 Mal Bestandteil der Rundfahrt. Leider steht er auch für eine der schwärzesten Stunden der Tour. Am Freitag, den 13. Juli 1967 als die 13. Etappe bei glühender Hitze von Marseille nach Carpentras führte, brach der Brite Tom Simpson unter dem Einfluß von Aufputschmitteln beim Anstieg zum Ventoux von Bédoin kommend zwei Kilometer unter dem Gipfel zusammen und verstarb wenig später im Krankenhaus von Avignon. Heute erinnert an dieser Stelle ein Denkmal an Simpson, das von den vielen Rennradlern, die hier jeden Tag hinauffahren, mit Fahrradutensilien wie Schläuchen, Trinkflaschen usw. geschmückt wird.
Zuletzt war der Ventoux in den Jahren 2000 und 2002 Bestandteil der Tour. Im Jahre 2000 siegte Marco Pantani vor Lance Armstrong. Der Amerikaner hat damals wohl den Stolz des kleinen Italieners verletzt, als er ihm den Sieg schenkte, denn dies führte zu einer heftigen Auseinandersetzung zwischen den beiden Ausnahmerennfahrern.
Im Jahr 2002 war Richard Virenque nach einer langen Flucht zuerst auf dem Gipfel. Auch weitere berühmte Namen, wie Eddy Merckx oder Raymond Poulidor, tauchen in der Siegerliste auf. Drei Auffahrtsrouten führen auf den Berg: Die leichteste kommt aus östlicher Richtung, Ausgangspunkt ist der Ort Sault. Die Tour hat diesen Weg erst einmal genommen, im Jahr 1974 während der Etappe von Savines-le-Lac nach Orange. Der Spanier Gonzalo Aja war damals vor Raymond Poulidor der Erste auf dem Gipfel. Die zweite Auffahrtsroute führt von Nordwesten aus Malaucène hinauf. Dieser Anstieg wurde von den Tour-Planern auch erst zweimal gewählt. Am häufigsten, nämlich zehnmal, begann der Aufstieg in Bédoin.
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