Auf den Spuren von Mailand - San Remo Via Aurelia mit Cipressa und Poggio di San Remo
Einführung: Das Radrennen Mailand - San Remo ist mit über 290 km das längste Eintagesrennen des Jahres. Es wird zu den fünf so genannten Monumenten des Radsports gezählt. Der wichtigste und berühmteste Klassiker Italiens findet alljährlich Ende März statt und hat daher den Beinamen La Primavera (Fahrt in den Frühling) bekommen. La classicissima, wie das Rennen auch respektvoll genannt wird, fand erstmals 1907 statt und ist der erste Teil des zehn Rennen umfassenden Rad-Weltcups. Die Streckenführung von Mailand - San Remo ändert sich von Jahr zu Jahr nur unwesentlich. Spektakulär sind vor allem die Passagen, die direkt an der Riviera entlangführen. Als entscheidende Hindernisse werden kurz vor Schluss des Rennen die Anstiege der Cipressa und des Poggio di San Remo gefahren. Sie führten in den letzten Jahren jedoch selten zu einer Selektion, so daß die Entscheidung immer häufiger in einem Massensprint ausgetragen wird. Die bei weitem meisten Siege bei der Classicissima hat der belgische Kannibale Eddy Merckx aufzuweisen. Er gewann in elf Jahren zwischen 1966 und 1976 insgesamt sieben Mal. Hinter Constante Giradengo und neben den großen Gino Bartali auf Platz 3 der ewigen Rangliste hat sich mittlerweile Erik Zabel geschoben, der seit 1997 vier Mal in San Remo jubeln konnte. Im Jahr 2004 gewann der spanische Ex-Weltmeister Oskar Freire vor Zabel. Routenbeschreibung: Von Taggia fährt man zum Einrollen aus dem Argentina-Tal hinaus in das Küstenstädtchen Arma di Taggia. Wir verlassen den etwas gesichtslosen und zersiedelten Ort ostwärts auf der Küstenstraße SS 1 der Via Aurelia. Diese ist leider insbesondere im Bereich der zahlreichen Ortsdurchfahrten stark befahren. Dennoch sind ganze Heerscharen von Rennradlern unterwegs. Dem Verkehr zum Trotz bieten sich immer wieder sehr schöne Ausblicke auf das tiefblaue Ligurische Meer. Über Riva Ligure und San Stefano al Mare erreichen wir San Lorenzo al Mare. Bei der Anfahrt auf den Ort macht sich ein gewisses Kribbeln bemerkbar, denn hier beginnt der Anstieg zur Cipressa. Die Profis erreichen den Berg nach 272 gefahrenen Kilometern. Da die Steigung moderat bleibt, kann man die herrliche Umgebung genießen. Durch einige Kehren geht es hinauf. Ich mußte lächeln, als ich an das Rennen des Jahres 2004 dachte, während dessen Mario Cipollini hier von seinen Teamkollegen angeschoben wurde. Na ja, nach 272 Km wäre ich vermutlich auch froh gewesen, wenn jemand mich geschoben hätte :-) Der Anstieg zur Cipressa ist 6 Km lang und bei einem Höhenunterschied von 233 m durchschnittlich 3,9 % steil. Der Scheitelpunkt liegt mittten auf der Piazza Mazzini des beschaulichen Örtchens Cipressa. Die etwa drei Kilometer lange und kurvenreiche Abfahrt führt uns zurück zur Via Aurelia, die wir nun wie das Peloton in westlicher Richtung befahren. Über San Stefano al Mare, Riva Ligure und Arma di Taggia wird Bussana erreicht, wo der Anstieg zum Poggio di San Remo beginnt. Den Profis bietet sich die letzte Möglichkeit zu attackieren und evtl. die Sprinter los zu werden. Auf der Straße stehen die Namen der Stars. Der 4 Kilometer lange Anstieg ist durchschnittlich 3,0 % steil, der Höhenunterschied beträgt 122 m. Während der Auffahrt hat man einen schönen Ausblick auf das Ligurische Meer und in das Armea-Tal. Die schöne, kurvenreiche Abfahrt führt uns in die Vororte von San Remo, abermals zur Via Aurelia. Wiederum in östlicher Richtung geht es über Bussana nach Arma di Taggia. Hier verlassen wir die Aurelia und fahren zurück zum Ausgangspunkt in Taggia.
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