Über Mendelpaß und Gampenjoch
Ausgangspunkt dieser anstrengenden, aber sehr lohnenden Runde durch die Südtiroler Bergwelt war der kleine Eppaner Ortsteil Perdonig. Unsere Unterkunft lag auf etwa 800 m ü. NN., so daß wir mit einer Abfahrt in die Tour starten konnten. Es boten sich wunderschöne Ausblicke auf das noch im Morgennebel tief unter uns liegende Etsch-Tal. Im Tal angekommen folgt man der Beschilderung "Passo della Mendola". Auf der leider sehr stark befahrenen Südtiroler Weinstraße kann man sich bei leicht ansteigender Streckenführung warmfahren, denn nach etwa zehn Kilometern geht es hinein in den ersten Paß des Tages, den Mendelpaß (1363 m ü. NN.). Der Anstieg ist 14,80 Km lang und weist eine durchschnittliche Steigung von 6,5 % auf. Maximal werden 10 % erreicht. Die Höhendifferenz beträgt 958 m. Die Straße verläuft überwiegend im Wald, im oberen Teil wird ein spektakulärer Abschnitt durchfahren, wo die Trasse direkt in den Fels gesprengt wurde. Von hier aus bieten sich abermals herrliche Ausblicke auf das Etsch-Tal und den Kalterer See. Anschließend geht es durch einige Kehren bis zur Paßhöhe hinauf. Diese ist leider stark mit Hotels und Andenkenläden verbaut und deshalb nicht sehr ansehnlich. Wer will, kann etwa 300 Meter nach der Paßhöhe noch zum Monte Pénegal hinauffahren (4 Km einfach, teilweise 18 % Steigung). Wir haben jedoch angesichts der noch vor uns liegenden Höhenmeter auf die Auffahrt verzichtet, auch wenn es sich um einen der schönsten Aussichtspunkte Südtirols handeln soll. Über Malosco geht es hinab nach Fondo und anschließend gleich in den nächsten Anstieg hinauf zum Gampenjoch (Passo Palade 1518 m ü. NN.). Dieser ist bei 530 m Höhenunterschied und 4,1 % durchschnittlicher Steigung allerdings eher moderat. Auch die bewaldete Paßhöhe ist wenig spektakulär. In rasender Abfahrt geht es in das Etsch-Tal hinunter. Vorsicht ist bei einigen Tunneldurchfahrten geboten, denn diese haben einen Kopfsteinpflaster-Belag und sind unbeleuchtet. In Meran sollte man nochmals verpflegen, denn es folgt der sehr harte Aufstieg nach Hafling auf den Tschögglberg. Bei 995 m Höhenunterschied ist der knapp 13 Km lange Anstieg durchschnittlich 7,5 % steil. Die Steigung sinkt selten unter 10 %, so daß es nur wenige Möglichkeiten zum Ausruhen gibt. Auch einige teilweise schlecht beleuchtete Tunnel sind zu durchfahren. Belohnung für die Anstrengungen ist allerdings nach Bewältigung des Aufstiegs der weitere Streckenverlauf. Auf einer herrlichen Panoramastraße, die in Frankreich wohl "Route des Crêtes" heißen würde, fährt man weit oberhalb des Etsch-Tales mit grandioser Aussicht auf die Südtiroler Bergwelt. Schön ist auch die Abfahrt zurück ins Etsch-Tal, die Straße windet sich in einigen weiten Kehren bergab. Wir hatten nach ca. 3000 Höhenmetern zuguterletzt noch den Schlußanstieg zurück nach Perdonig zu bewältigen.
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