Sella-Ronda

Grödner Joch, Campolongosattel, Pordoijoch und Sellajoch

Tourenlänge 66 Km gefahren am 12.09.2004
Höhenmeter 2120 m
Maximale Höhe 2244 m ü. NN. (Sellajoch)
Maximale Steigung 13 % am Grödner Joch (Schlußanstieg in Wolkenstein Via Daunei 17,5 %)
Charakteristik Bergetappe
Kategorie
Straßenverkehr In der Urlaubszeit muß auf den Paßstraßen der Dolomiten, besonders auf der "klassischen" Sella-Ronda, mit viel Verkehr gerechnet werden; nervig sind zahlreiche unvernünftige Motorradfahrer, die mit hoher Geschwindigkeit die Pässe hinaufjagen, und viele Reisebusse, die in den engen Kehren jede Menge Staus verursachen
Sonstiges Auf allen Pässen bewirtschaftete Schutzhäuser, in denen verpflegt werden kann; alle Pässe sind ganzjährig befahrbar.
Karte Generalkarte 1:200 000, Blatt Südtirol/Dolomiten
Streckenverlauf Wolkenstein/Daunei - Abzw. Grödner Joch (Hotel Miramonti) - Grödner Joch (2121 m ü. NN. ) - Kolfuschg - Corvara - Campolongosattel (Passo di Campolongo 1875 m ü. NN) - Arabba - Pordoijoch (Passo Pordoi 2239 m ü. NN.) - Abzw. Sellajoch - Sellajoch (Passo di Sella 2244 m ü. NN.) - Wolkenstein/Daunei
Links Höhenprofil Bilder (4)

Die Sella-Gruppe ist einer der mächtigsten Gebirgsstöcke der Dolomiten. Die Umrundung ist auf gut erschlossenen Straßen problemlos möglich, mit dem Grödner Joch, dem Campolongosattel, dem Pordoijoch und dem Sellajoch müssen dabei vier Pässe überwunden werden. Nicht nur weil diese Pässe immer wieder im Mittelpunkt des Giro d'Italia stehen, ist die Sella-Ronda eine der berühmtesten und schönsten Rennrad-Touren. Vor allen Dingen ist es die spektakuläre Umgebung, die den Stellenwert der Runde ausmacht.

Der Einstieg in die Sella-Ronda ist von allen größeren Orten, die auf der Strecke liegen, möglich. Anbieten würden sich etwa Corvara, Arabba, Canazei oder Wolkenstein. Selbstverständlich kann man auch entgegen dem Uhrzeigersinn fahren. Wir sind in Wolkenstein/Daunei gestartet und hatten erst einmal eine steile Abfahrt in den Ort hinunter zu absolvieren.

Noch in Wolkenstein beginnt dann der erste Anstieg, es geht hinauf zum Grödner Joch. Die Steigung erreicht mehrmals 10 %. Ab Wolkenstein ist der 10,78 Km lange Anstieg bei einem Höhenunterschied von 558 m im Schnitt 5,2 % steil. Die Straße windet sich spektakulär unter den imposanten Wänden des Langkofelmassivs nach oben. Nach etwa fünf Kilometern erreicht man beim Hotel Miramonti eine Straßenkreuzung, der man nach links folgt. Zunächst geht es mit Steigungsspitzen von 10 % weiter, ehe nach dem Hotel Gerard eine fast zwei Kilometer langes Flachstück unterhalb der steilen Sella-Nordseite Gelegenheit zur Erholung gibt. Danach gelangt man über einige schöne Kehren hinauf zur Paßhöhe. Von hier bietet sich eine wunderbare Aussicht auf Langkofel und Schlern im Westen, die Tschierspitzen im Norden und Teile des Sella-Stocks im Süden. Die folgende, ca. neun Kilometer lange Abfahrt bringt uns nach Corvara, das sich vor allem als Wintersportort einen Namen gemacht hat.

In Corvara beginnt der Aufstieg zum zweiten Paß des Tages, dem Campolongosattel. Der 6,2 Km lange Anstieg ist bei einem Höhenunterschied von 343 m durchschnittlich 5,5 % steil. Nach einer Kehrengruppe während der ersten beiden Kilometer mit Steigungsspitzen von 10 % flacht der Streckenverlauf merklich ab und führt ohne Kurven zur Paßhöhe, die inmitten eines weiten Wiesensattels liegt. Hier befindet sich auch die Grenze zwischen Südtirol und den Dolomiten und gleichzeitig die Sprachgrenze zwischen dem Deutschen und dem Italienischen. Die anschließende Abfahrt bringt uns durch einige Kehren hinunter nach Arabba.

In Arabba beginnt die schöne Auffahrt zum Pordoijoch. Die Straße windet sich in 33 numerierten Kehren nach oben bis zur Paßhöhe. Die Steigung geht nur äußerst selten über 8 % hinaus, so daß man schnell einen angenehmen Tretrhytmus findet. Bei einem Höhenunterschied von 637 m auf 9,4 Km Länge beträgt die durchschnittliche Steigung 6,8 %. Die anschließende Abfahrt endet bereits nach 4,5 Kilometern bei der Abzweigung am Sella-Joch. Hier befindet sich auch eine Gedenktafel für das italienische Radsport-Idol Fausto Coppi.

Bis zum Sellajoch sind es von der Abzweigung noch 5,5 Km verteilt auf 429 Höhenmeter. Diese haben es bei einer durchschnittlichen Steigung von 7,8 % noch einmal in sich. Mehrmals werden Steigungsspitzen von 12 % erreicht. Nach einer schönen Kehrengruppe im oberen Bereich, ist dann aber auch der letzte Anstieg an diesem Tag bezwungen. Von der Paßhöhe hat man noch einmal eine phantastische Fernsicht von der Langkofelgruppe bis hin zu den gleißenden Gletscherfeldern der Marmolada. Vorsicht bei der Abfahrt vom Sellajoch, die Straße weist hier teilweise erhebliche Belagschäden auf. Wir hatten in Wolkenstein noch unseren Schlußanstieg nach Daunei zu bewältigen, der bei Steigungsspitzen von 17 % die letzten Körner forderte.

Fazit: Die Sella-Ronda hat das gehalten, was wir uns vorher von ihr versprochen haben. Einziger Wermutstropfen ist das teilweise recht starke Verkehrsaufkommen. Nervig sind zahlreiche unvernünftige Motorradfahrer, die mit hoher Geschwindigkeit die Pässe hinaufjagen, und die vielen Reisebusse, die in den engen Kehren jede Menge Staus verursachen.

Dennoch: Die Sella-Ronda ist einer der schönsten Touren, die ich gefahren bin und gehört zum Pflichtprogramm jedes Pässe-Radlers.