Große Südtirol-Rundfahrt Zwei-Tagestour mit Jaufenpaß, Gampenjoch, Mendelpaß und Penser Joch
Wer ein Wochenende bzw. zwei Tage Zeit hat, dem sei diese herrliche Tour durch das ursprüngliche Südtirol mit einem Abstecher in den italienischen Sprachraum nahegelegt. Vom Ausgangspunkt Gasteig bei Sterzing fährt man unmittelbar in den Anstieg zum Jaufenpaß. Bei einer Länge von 15,7 Kilometer und 1129 m Höhenunterschied beträgt die durchschnittliche Steigung 7,2 %. Maximal werden, besonders im oberen Abschnitt, 12 % erreicht. Anfangs geht es noch durch dichten Wald, der nur wenig Aussicht zuläßt, später dann in weiten Kehren über grüne Almwiesen. Sobald man seinen Rhythmus gefunden hat, kommt man bei gleichmäßiger Steigung gut voran. Das Verkehrsaufkommen hält sich in Grenzen und auch die Paßhöhe läßt keine Wünsche offen. Das weite Panorama der Südtiroler Bergwelt entschädigt für die vorangegangenen Anstrengungen. Etwas Konzentration erfordert die teilweise steile und kurvenreiche Abfahrt, die uns auf enger Straße nach St. Leonhard im Passeiertal bringt. Auch auf den folgenden Kilometern geht es bis Meran meist abwärts, so daß man sich noch etwas erholen kann, ehe nach der Ortschaft Lana der 19 Kilometer lange Anstieg zum Gampenjoch beginnt. Bei 1181 m Höhenunterschied beträgt die durchschnittliche Steigung 6,2 %. Da man ja bereits den Jaufenpaß in den Beinen hat, ein ganz schöner Brocken. Unterwegs bieten sich immer wieder schöne Ausblicke in das Etschtal. Weniger aussichtsreich ist leider die Paßhöhe, so daß der Aufenthalt etwas kürzer ausfallen dürfte. Nach der Abfahrt gelangt man nach Fondo. Von hier sind es noch ein paar Höhenmeter hinauf nach Ronzone, wo wir unser Quartier für die wohl verdiente Übernachtung eingelegt haben. Ausgeruht beginnt der nächste Tag mit dem kurzen Anstieg hinauf zum Mendelpaß. Die Auffahrt verläuft ausschließlich im Wald, so daß man keine Aussicht hat. Die Paßhöhe ist leider stark mit Hotels und Andenkenläden verbaut und deshalb nicht sehr ansehnlich. Nach der kehrenreichen Abfahrt geht es am Weinort Eppan vorbei nach Bozen. Wenn man der Beschilderung Krankenhaus (Ospedale) und später Sarntal folgt, gestaltet sich die Ortsdurchfahrt weniger unangenehm als erwartet. Kurz nach dem Ortsende thront hoch oben auf einem Felsen über der Talfer die Burg Runkelstein. Ab jetzt geht es fast 52 Kilometer nur noch bergauf bis zum Penser Joch. Im ersten Drittel sind einige Tunnels zu durchfahren, die aber durchwegs gut beleuchtet sind, so daß Beleuchtung meiner Meinung nach nicht unbedingt erforderlich ist. Die Durchschnittssteigung beträgt zwar nur 3,7 %, jedoch sind ab Bozen fast 2000 Höhenmeter zu überwinden. Wunderschön ist allerdings die herrliche Umgebung des Sarntales mit seinem Hauptort Sarnthein. Das Verkehrsaufkommen ist gering. Knüppeldick kommt es ab Pens, wo auf langen, steilen Rampen mehrmals Spitzen um die 12 % erreicht werden. Nach einigen Kehren hat man im oberen Teil des Anstiegs die Paßhöhe bereits in Sichtweite. Dort angekommen bietet sich eine schöne Aussicht auf die umliegenden Gipfel. Die Abfahrt auf der engen und kurvenreichen Straße erfordert noch etwas Konzentration und Steuerkunst. Fazit: Auch abseits des Trubels der Dolomiten kann man in Südtirol eindrucksvolle Rennradkilometer abspulen. Der Jaufenpaß und das Penser Joch sind von beiden Seiten besonders schöne Pässe, die zweifellos in die Sammlung jedes "Pässesammlers" gehören.
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