Über die Silvretta-Hochalpenstraße und den Arlbergpaß
Ausgangspunkt für dieser sehr anstrengende, aber dennoch wunderschöne Runde war der kleine Ort Gurtis (940 m ü. NN.), oberhalb von Nenzing. Wir hatten uns im empfehlenswerten Alpengasthof "Brunella-Stüble" einquartiert. Die Wahl dieses Ausgangsorts bescherte uns allerdings zusätzliche 32 Kilometer und weitere 400 Höhenmeter. Wem das zu viel ist, der sollte sich eine Unterkunft in der Nähe von Bludenz suchen. Dafür entschädigt die herrliche Aussicht, die man von Gurtis über die Vorarlberger Bergwelt genießt, für die Anstrengungen. Die Runde beginnt mit einer schnellen Abfahrt von Gurtis hinab nach Nenzing. Von hier geht es nach Bludenz und schließlich ins Montafon, wie das obere Tal der Ill genannt wird. Zwischen Bludenz und Schruns ist das Verkehrsaufkommen noch recht groß, danach geht es merklich zurück. Bei Partenen beginnt der schönste Abschnitt der Tour, die Silvretta-Hochalpenstraße. Die Straße, die im übrigen im Jahr 2004 50 Jahre alt wurde, verbindet das Montafon mit dem Tiroler Paznauntal. Sie diente einst als Baustraße für die Errichtung der mächtigen Staumauern und Kraftwerksanlagen der Vorarlberger Illwerke und ist heute eine touristische Attraktion. Selten findet sich eine Gebirgsstraße, die ihre Kurven so elegant durch schwieriges Gelände zieht, wie die Silvretta-Hochalpenstraße. Immerhin 23 Kehren, die numeriert sind, werden auf dem Weg zur Paßhöhe durchfahren. Von Schruns (741 m ü. NN.) aus gerechnet, ist der Anstieg 31,5 Kilometer lang und bei einem Höhenunterschied von 1291 Metern durchschnittlich 4,1 % steil. Richtig zur Sache geht es aber erst ab der Mautstelle kurz nach Partenen. Die Steigung geht mehrmals merklich über 10 % hinaus und erreicht Spitzen von 15 %. Unterwegs passiert man den Vermuntstausee und fährt entlang hoher Bergriesen durch hochalpines Gelände. Schließlich wird die Paßhöhe, die Bielerhöhe, erreicht. Trotz des mächtigen Betriebs, der hier vor allen Dingen an den Wochenenden herrscht, ist die Aussicht auf den Silvrettastausee und die Berge der Silvretta-Gruppe äußerst beeindruckend. Mit der Paßhöhe wird auch die Grenze zwischen Vorarlberg und Tirol überquert. Abwärts geht es dann fast kehrenlos (nur kurz nach der Paßhöhe sind zwei Kehren zu durchfahren) durch das Paznauntal und die bekannten Skiorte Galtür, Ischgl und Kappl. Bei Pians wird das Stanzer Tal erreicht. Leider müssen wir nun einen etwa 10 Kilometer langen äußerst verkehrsreichen Streckenabschnitt zurücklegen. Bei Flirsch biegen wir rechts ab und es wird schlagartig wieder ruhiger. Auf der alten Paßstraße fahren wir zunächst immer leicht ansteigend Richtung Arlbergpaß. Richtig los geht es kurz nach St. Anton. Ab hier sind es 6,7 Kilometer bis zur Paßhöhe. Bei einem Höhenunterschied von 464 Metern beträgt die durchschnittliche Steigung 6,9 %. Die maximale Steigung geht mehrfach länger anhaltend über 10 % hinaus und erreicht Spitzen von bis zu 15 %. Die Paßhöhe ist nicht sehr ansprechend, da sie stark verbaut wurde und auch viel touristischer Trubel herrscht. Also kurz verpflegen und dann hinein in die rasende Abfahrt. Bis Bludenz geht nun meist bergab. Bevor in Nenzing der Schlußanstieg nach Gurtis beginnt, sollte die Abfahrt zur Erholung genutzt werden. Denn der Anstieg hat es, insbesondere auf den letzten drei Kilometern im oberen Teil, nochmals in sich. Hier geht es durch ein paar Kehren mit maximal 15 % hinauf. Fazit: Trotz aller Anstrengungen gehört die Runde, insbesondere die Fahrt auf der Silvretta-Hochalpenstraße, in das Album jedes Pässe-Sammlers.
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