Über Oberalppaß, Lukmanierpaß und Gotthardpaß
Eine lange Tour über drei nicht allzu schwere Pässe mit einem grandiosen Finale am St.-Gotthard-Pass, einen der am meisten bekannten Pässe in den Alpen. Der Startort Andermatt (1447 m ü.NN.) läßt keine große Einrollphase zu, denn noch im Ort geht es gleich in den Anstieg zum Oberalppass. Auf tadelloser, breiter Straße werden uns die knapp 600 Höhenmeter bis zur Paßhöhe keine großen Probleme bereiten, denn die Maximalsteigung überschreitet die 10-%-Marke nicht. So kann man immer wieder schöne Blicke über Andermatt und das dahinterliegende Hospental genießen. Nach Durchfahrt einer langen Galerie ist die Paßhöhe dann schnell erreicht. Die lange Abfahrt, die im oberen Teil durch einige schöne Kehren führt, bringt uns nach Disentis. Kurz nach dem Ort beginnt der Anstieg auf den zweiten Paß des Tages, den Lukmanier. Zunächst müssen wir durch die dunkle Höllenschlucht. Tief hat sich der Rheinquellfluß "Rein da Medel" hier in das Gelände geschnitten. Mehrere Tunnel und Galerien sind zu durchfahren. Dann wird es heller und eine kleine Kehrengruppe bringt uns in den Weiler Curaglia. Die Strecke verläuft nun bei angenehmer Steigung inmitten schöner Almwiesen. Immer wieder werden kleine Häusergruppen passiert. Drei Kilometer vor der Paßhöhe taucht die Staumauer des "Lai da Sontga Maria" auf. Am See vorbei geht es in eine lange Galerie, in deren Mitte der höchste Punkt der Paßauffahrt liegt. Die eigentliche Paßhöhe mit dem Hospiz wird dann etwas tiefer erreicht. Hier besteht die Möglichkeit an einer Quelle die Trinkflaschen aufzufüllen. Fast 44 Kilometer lang ist die folgende Abfahrt ins Tessin. Die durchfahrenen Ortschaften sind deutlich italienisch geprägt. Am Ende werden wir durch den Ort Biasca in das Valle Leventina geleitet. Knapp 100 Kilometer sind wir jetzt schon unterwegs und müssen uns wieder aufs "Bergauf-Fahren" einstellen, denn es geht in Richtung Gotthard. Etwa 1700 Höhenmeter liegen vor uns. Zunächst ist die Steigung noch gemäßigt, nur zwei Geländesprünge lassen die "Prozente" etwas nach oben gehen. Spätestens in Airolo sollte man dann aber verpflegt haben, hier beginnt der eigentliche Anstieg. Wie schon oben erwähnt, empfiehlt es sich durch das Val di Tremola ("Tal des Zitterns") zu fahren. Die "Rumpelei" über das Kopfsteinpflaster durch 24 Kehren ist einfach für jeden Pässeradler ein unverzichtbares Muß. Bergauf ist sie jedoch überhaupt kein Problem und von hohem Erlebniswert. Kaum einmal ein Auto oder Motorrad verirrt sich hierher. Wenn man Glück hat, begegnet einem sogar die historische Postkutsche. Etwas Vorsicht ist nur bei schlechten Wetterverhältnissen geboten, denn dann sind die Pflastersteine extrem glitschig und es kann auch zur Erdrutschen kommen. Als Alternative kann dann die neue Gotthard-Straße genutzt werden, allerdings ist das Verkehrsaufkommen ungleich höher. Auch auf der eigentlich recht ansehnlichen Paßhöhe mit dem Hospiz und einem kleinen See ist meist viel los. Für die Abfahrt gibt es zwei Möglichkeiten: Die erste führt rechts am See und mündet nochmals auf ein Pflasterstück. Bergab ist es schon eine ziemliche Belastung für Mensch und Material. Zum Glück endet dioe Tortur nach wenigen Kilometern und wir können auf die neue Gotthard-Straße wechseln. Man sollte deshalb gleich an der Paßhöhe linkerhand am See vorbei auf die neue Straße wechseln. In schneller Schußfahrt geht es dann hinab nach Hospental und von hier zurück nach Andermatt.
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